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Viel mehr als nur «jööö»

Unternehmenskommunikation,

29. April 2026

Die Besuchstermine der Alpakas, Zwerghühner und Meerschweinchen sind in den Agenden unserer Wohngruppen fest eingeplant. Denn hinter diesen Besuchen steckt mehr als nur ein «jööö»-Moment. Die Tiere sind im Rahmen des Basalen Zuhauses fester Bestandteil der Tagesstruktur unserer Bewohnenden, fördern ihre Sinne und stärken ihr emotionales Wohlbefinden. Dank Spenden wird dieses wertvolle Angebot im Wagerenhof ermöglicht.

Im WG-Alltag ist oft viel los: Viele Geräusche, viel Bewegung, regelmässige Pflegeroutinen und zahlreiche Interaktionen mit den Mitbewohnenden. Diese Eindrücke nehmen einige unserer Bewohnenden intensiv wahr. Daher ist es wichtig, auf ihren persönlichen Energiehaushalt zu achten. Doch wie kann der Wagerenhof sie dabei unterstützen, Stress abzubauen und gleichzeitig ihre Sinne und ihr Wohlbefinden zu fördern? Tierbesuche, in der Fachsprache Tiergestützte Intervention genannt, sind dabei eine wirkungsvolle Unterstützung.


In Leichter Sprache

  • Regelmässig besuchen Alpakas, Meerschweinchen und Hühner den Wagerenhof. 
  • Die Bewohnenden beobachten die Tiere. Manchmal füttern sie die Tiere auch. 
  • Die Tiere haben eine beruhigende Wirkung auf die Bewohnenden. 
  • Dank Spenden von anderen Menschen sind diese Besuche möglich.

Weniger ist oft mehr

Tiere haben eine besondere Wirkung auf uns alle. Allein ihre Anwesenheit löst oft ein Gefühl der Ruhe und Freude aus. Das wöchentliche Zusammentreffen mit den Alpakas ist für unsere Bewohnenden deshalb ein Highlight. Wenn sich Anouk mit ihren zwei Alpakas «Nairo» und «Arwen» auf den Weg zu uns in den Wagi macht, werden sie schon sehnlichst erwartet. Anouk, die mit ihren Eltern einen Alpaka-Hof im Zürcher Oberland betreibt, ist in Ausbildung zur Fachfrau tiergestützte Intervention und weiss: «Bei diesen Besuchen sind keine Attraktionen nötig. Weniger ist oft mehr.»

Silvan beobachtet die Tiere einfach gerne und findet dadurch Entspannung. Kurts Sinne werden durch die Alpakas angeregt und wecken seine Neugier: Wie riechen sie? Welche Geräusche machen sie beim Fressen? Was machen sie als nächstes? Und Tanja lässt sich zu mehr begeistern und findet den Mut, die Leine eines der Tiere in die Hand zu nehmen. Dadurch werden auch die soziale Interaktion sowie die verbale und nonverbale Kommunikation gefördert.


Was ist Tiergestützte Intervention?

Bei der Tiergestützten Intervention werden Tiere von Fachpersonen gezielt in den Betreuungsprozess einbezogen. Studien zeigen, dass diese Interaktionen das Herz-Kreislauf-System beruhigen und die Pulsfrequenz stabilisieren. Das Streicheln oder Füttern von Tieren setzt entspannende Hormone frei. Gleichzeitig fördern solche Aktivitäten die Sinne von Menschen und stärken ihr Selbstvertrauen und erhöhen ihre Lebensqualität.


Ungewohnte Rollen einnehmen

Etwas anders geht es zu und her, wenn einmal im Monat Zwerghühner und Meerschweinchen den «Offenen Treff» am Sonntag bereichern. Dann verwandelt sich der Freizeitraum in ein kleines Tierparadies. Sarah, ausgebildete Arbeitsagoginnen und Fachfrau in tiergestützter Intervention, und Katja, Pädagogin sowie Fachkraft TGI in Ausbildung, bauen auf einem grossen Tisch ein kleines Gehege auf, füllen Futter in Näpfe und verteilen Heu, Stroh und frisches Gemüse.

Punkt 14 Uhr strömen die Bewohnenden und ihre Betreuenden in den Raum und arrangieren sich um den Tisch herum. Zuerst erkunden die Meerschweinchen das Gehege und natürlich stürmen sie direkt zum Futter. Wer eine ruhige Hand hat, kann die kleinen Tiere selbst füttern, anderen gelingt es mit Unterstützung einer Betreuungsperson. Das fördert die Feinmotorik und versetzt die Bewohnenden in ungewohnte Rollen.

Jürg zum Beispiel, der in seinem Alltag unterstützt wird, gewinnt hier neues Selbstvertrauen. «Durch das Füttern der Tiere kann er in eine für ihn ungewohnte, fürsorgliche Rolle schlüpfen», sagt Sarah. Er ist sichtlich angetan von den Tieren und ruft immer wieder «jööö!» aus. Auch zu den Hühnern findet Jürg schnell den Draht. Er beobachtet sie aufmerksam bei der Gefiederpflege, füttert sie mit Körnern und lässt sich bei einem Flügelschlag eines Huhns übers Gesicht streicheln. Schlussendlich verabschiedet er sich liebevoll bei einem der Hühner und schmiegt seinen Kopf an den Rücken des Huhns.


Diese regelmässigen Tierbesuche bieten unseren Bewohnenden nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern auch wertvolle Momente der Ruhe und Freude. Sie nehmen die neu gewonnene Energie und Kompetenzen mit zurück in den Alltag und tragen so zu einem spürbaren, positiven Wandel in ihrem Leben bei.


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