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Betriebe, Stiftung Wagerenhof

Gelebte Inklusion von klein auf

Unternehmenskommunikation,

06. Mai 2026

Egal ob beim Spaziergang durchs Wohnquartier, beim Spielen im Sand oder beim Besuch eines Bewohnenden – in der integrativen Kinderkrippe Beluga der Stiftung Wagerenhof steht das Miteinander stets im Mittelpunkt. 

In Leichter Sprache

  • Auf dem Wagerenhof gibt es eine Kinderkrippe
  • Dort werden etwa 45 Kinder betreut.
  • Einige Kinder haben eine Behinderung.
  • Fachpersonen kümmern sich um die Kinder.
  • Alle Kinder spielen zusammen.
  • Sie erleben einen ganz normalen Tag.

Die Kinderkrippe Beluga hat ihren Platz im Wagi-Areal – eingebettet in eine grüne Gartenoase am Rand des Geländes. Die Wohnhäuser unserer Bewohnenden befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Ebenso der Bauernhof, unsere Backstube sowie weitere Betriebe des Wagerenhofs. Diese Nähe ermöglicht eine wertvolle Zusammenarbeit. Einerseits darf die Krippe die gesamte Infrastruktur der Stiftung nutzen, auch der fachliche Austausch findet statt. Andererseits bereichern die Kinder den Alltag der Menschen, die im Wagi leben und arbeiten.

Inklusion ist für Kinder selbstverständlich

«Sie isch en älterli Frau, meischtens trinkt sie Tee», erzählt Luca von einer Wagi-Bewohnerin, die regelmässig die Krippe besucht. Sie kommt vorbei, um mit den Kindern zu plaudern oder einfach, um ihrem Alltag etwas Farbe zu geben. Auch Renés Besuche werden sehr geschätzt: «En grosse Maa. Er spielt mit ois und fahrt Velo». In der Beluga ist Inklusion besonders gut spür- und sichtbar. Und für die Kinder selbstverständlich.

Zum Betreuungsteam gehören sechs Fachpersonen sowie zwei Mitarbeitende mit Unterstützungsbedarf. Zudem befinden sich drei Lernende in Ausbildung. Insgesamt gehen bis zu 45 Kinder in der Krippe ein und aus, pro Tag sind es maximal 16. Etwa ein Viertel von ihnen hat eine Behinderung. Und dann sind da noch die Bewohnenden, die immer wieder vorbeischauen und das lebendige Miteinander bereichern.

Wunsch nach ganz normalem Alltag

Krippenleiterin Daniela Rotzer erwähnt, dass die Warteliste für einen freien Platz in den letzten Jahren deutlich gewachsen sei. Die hohe Nachfrage erklärt sie unter anderem mit dem gesellschaftlichen Wandel: «Chancengleicheit gehört heute zum Selbstverständnis vieler Familien». Die Beluga ist ein Ort, an dem alle Kinder gemeinsam spielen, entdecken und aufwachsen - unabhängig davon, wie weit sie in ihrer Entwicklung sind. Ein Wunsch, den viele Eltern für ihre Kinder haben.

Eltern, die ihre Kinder anmelden, vertrauen dem Konzept der Krippe. Die pädagogische Arbeit umfasst Rituale, Tischkultur, Hygiene und vieles mehr. Bei der Lernumgebung wird auf Vielseitigkeit geachtet. Im Zentrum steht der grosse Gruppenraum, doch auch draussen finden wichtige Aktivitäten statt. Ein Beispiel ist der gemeinsame Spaziergang – ein wertvolles Ritual, das die Haltung der Krippe besonders schön widerspiegelt. Die Jungs und Mädchen rennen in die Garderobe, schlüpfen in ihre Sportschuhe und ziehen die Jacke an - schnell und selbstständig. Dass es Kinder gibt, die beim Anziehen mehr Zeit und Hilfe brauchen, ist normal und gehört dazu.

Das Miteinander zeigt sich überall

Auch im Garten ist kaum spürbar, dass ein Kind eine Behinderung hat. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen: Zwei Jungs bringen die Schaukel in Schwung, andere klettern. Daneben sitzt ein Mädchen im Sandhaufen – zusammen mit ein paar Jungs. Es geht ruhiger und bedächtiger zu und her. Das eine Kind hat eine Behinderung, ist in seinen Bewegungen nicht so geschickt wie die anderen. Interessiert beobachtet es das Geschehen rund um sich herum. Umso mehr packen die anderen beim See stauen mit an. Zusammen geniessen sie den Sommertag am «Strand» der Beluga.

Wachsen mit den Kindern

Blerta arbeitet seit zehn Jahren in der Kinderkrippe. Hier hat sie ihre Lehre absolviert und sich zur Fachfrau Betreuung Kinder weitergebildet. Sie – und auch ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen lieben ihren Job. «Kinder sind von Natur aus neugierig», sagt sie. «Natürlich fragen sie mal, weshalb ein Kind nicht selbstständig essen kann. Aber sie werten nicht. Sie wissen, dass es Menschen mit und ohne Behinderung gibt.» Als Blerta ihre Stelle im Wagerenhof antrat, waren manche Aufgaben für sie herausfordernd. Berührungsängste hatte sie nie - einzig die medizinischen Tätigkeiten traute sie sich zunächst nicht zu. So wird ein Kind  über eine Magensonde ernährt, die Kanüle am Hals muss täglich gereinigt werden. Heute ist Blerta stolz, diese Aufgabe sicher zu übernehmen. Mit Unterstützung der Eltern und des Spitals lernte sie Schritt für Schritt, diese Verantwortung mitzutragen. Blerta weiss: In der Krippe geht es nicht nur ums Betreuen, sondern ums gemeinsame Wachsen – dies gilt für die Kinder und für die Erwachsenen gleichermassen.

Betreuung mit Herz und Fachwissen

Die Kinderkrippe Beluga betreut bis zu 45 Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Kindergarteneintritt. Zwei bis vier Plätze sind für Kinder mit einer Behinderung reserviert. Pro Tag sind maximal 16 Kinder anwesend – so bleibt die Gruppe überschaubar. Daniela Rotzer leitet die Krippe. Unterstützung bekommt sie von fünf ausgebildeten Fachpersonen Betreuung mit Spezialgebiet Kinder sowie zwei Personen an einem geschützten Arbeitsplatz. Zudem bietet die Beluga drei Lernenden einen Ausbildungsplatz.

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