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Wohnen

Partystimmung im künftigen Musik-Haus

Daniela Peter, Marketingverantwortliche

16. März 2021

An einem grau verhangenen Regentag entwickelt sich ein ruhiger Spielnachmittag zur veritablen Party: Die Föhre C wird ihrem künftigen Namen gerecht. 

«Das Modell der Doppel-WG funktioniert prima. Viele der Mitarbeitenden kennen alle Bewohnerinnen und Bewohner gut.»

Leander, Wohngruppenleiter

Halb zwei nachmittags. Draussen weht ein kalter Biswind. Hier drinnen, im Wohnzimmer der WG Föhre C, ist es warm und gemütlich. Teamleiter Patrick Schreiter und seine Stellvertreterin Jasmin Krieg empfangen mich zusammen mit einigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Christa ist als Erste auf mich zugekommen, um mich zu begrüssen. Dann verzieht sie sich wieder. Christa sei ein Bewegungsmensch, sagt Jasmin: «Sie ist gerne draussen und arbeitet auch mit Begeisterung im Atelier Gestaltung & Medien.» Als dies wegen Corona nicht möglich war, habe sich Christa umso mehr auf ihren wöchentlichen Besuch des Wagerenhof-Hallenbads gefreut. Für Christa sind die Schutzmasken eine Herausforderung: Sie liest Lippen, die Masken erschweren die Kommunikation. «Wir können uns aber auch mit Masken gut verständigen. Wir müssen einfach ein bisschen mehr Gestik einsetzen», lacht Jasmin. Die acht Menschen, die hier leben, haben alle einen recht hohen Betreuungsbedarf und niemand kommuniziert aktiv verbal. «Darum ist bei Körpersprache sowieso gang und gäbe in der Föhre C.»

Langjährige Beziehungen

Trotz der verbalen Einschränkung bekommen die anwesenden Bewohnerinnen und Bewohner unser Gespräch sehr wohl mit. Marcel zum Beispiel, der im Schneidersitz auf dem Sofa sitzt. «Kuchen» wirft er ein, als Patrick etwas von Pause erwähnt. «Ja, genau», bestätigt Patrick, «später essen wir Kuchen.» Er und Marcel kennen sich gut: Patrick ist seit über zwölf Jahren im Wagerenhof tätig und Marcel ist 1975 als Sechzehnjähriger eingetreten. Jetzt macht sich Saskia bemerkbar, die zufrieden auf einem riesigen roten Kissen liegt, das mit kleinen Kügelchen gefüllt ist. «Dieses Kissen ist genial», sagt Jasmin, «wir haben es, seit die Kolleginnen von den Erlebnisräumen hier in der WG basale Angebote durchführen.» Die ganze Gruppe profitiere davon: «Wir können es am Morgen ruhiger angehen, alles ist etwas entspannter.»

Locker im Doppel

Die Föhre C bildet zusammen mit der Birke C eine Doppel-WG. Das funktioniere prima, erzählt Teamleiter Patrick. «Vier Mitarbeitende können auf beiden WGs arbeiten, weil sie alle Bewohnerinnen und Bewohner gut kennen.» Er selbst arbeitet tageweise in der einen oder anderen Gruppe. Sein Führungscredo: Alle sollen gern zur Arbeit kommen. Wenn sich alle gut verstehen, sei es völlig egal sein, wer mit wem im Dienstplan eingeteilt ist. «Auch eine gewisse Lockerheit ist hilfreich», schmunzelt der erfahrene Heilerziehungspfleger. Ab Juni 2021 werden alle Wagerenhof-WGs aus zwei Einheiten bestehen und von einer Co-Leitung geführt. Von hinten ertönt eine Stimme. «Das ist Doris», lacht Patrick, «sie hört das Gras wachsen.» Doris - auch sie trat im Teenageralter in den Wagerenhof ein - sei das Paradebeispiel einer Bewohnerin, deren Lebensqualität über die Jahre stetig verbessert werden konnte.

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«Kumbaya, my Lord» tönt es nun aus den Lautsprechern. Jasmin weiss, was der Gruppe gefällt. Schliesslich befinden wir uns im künftigen «Musik-Haus»: Die WG wird ab Juni den Namen «Panflöte» tragen. Marcel singt mit, Jürg schaut auf und beginnt zu klatschen. Urs und Saskia strahlen, Christa kommt wieder hinzu. Alle singen und klatschen mit und plötzlich ist die WG richtig schön in Partystimmung.

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